Willy Guhl


Willy Guhl – Lehrer und Produktgestalter
Nach einer Lehre als Schreiner besuchte Willy Guhl (1915–2004) die Fachklasse für Innenausbau bei Wilhelm Kienzle an der Kunstgewerbeschule Zürich und gründete 1939 ein eigenes Atelier. Ab 1951 übernahm er die Leitung der Fachklasse und führte den ersten Ausbildungsgang für Produktgestaltung in der Schweiz ein. Guhls Lehre und Arbeit an der Schule wirkten sich prägend auf eine neue  Generation Schweizer Innenarchitekten und Produktgestalter wie Robert Haussmann oder Kurt Thut aus. Sein Unterricht war geprägt von beispielhaften Gleichnissen, Geschichten, Anschauung und Experimenten in der Werkstatt. Als Gestalter verfolgte er den neofunktionalistischen Gestaltungsansatz der Nachkriegsmoderne und arbeitete eng mit Schweizer Firmen wie Eternit, Aebi oder Dietiker
zusammen.

Sammlungskorpus
In der Designsammlung befinden sich nicht nur international bekannte Designikonen wie der Eternit Strandstuhl oder der Scobalit Schalenstuhl; der Nachlass umfasst auch unbekannte Prototypen, Modelle, Pläne und Fotos aus dem Entwurfsprozess sowie Unterrichtsmaterialien und Reisedokumentationen. Das Archiv der ZHdK besitzt zudem die gesamte Fotodokumentation der Schülerarbeiten aus dem Unterricht von Willy Guhl und Dokumente zu seinem Lehrkonzept.

Aufarbeitungsstand
Alle von Willy Guhl gestalteten Möbel und Gebrauchsgegenstände in der Designsammlung sind bereits in der Museumsdatenbank erfasst. Die Unterrichtsmaterialien und Reisefotos sind grob sortiert und erst als Konvolute erfasst. Ziel des Projekts ist die Sichtung, Digitalisierung und Erfassung des Nachlasses und eine profunde Recherche und Vernetzung der Daten im Hinblick auf eine Veröffentlichung.

Forschungsvorhaben/Termine
Da Willy Guhl keine Texte publiziert hat, sind seine Entwurfsmethoden und sein Unterrichtskonzept in seinen Fotos, Produkten und in den Arbeiten seiner Schüler sichtbar. Zusammen mit mündlich überlieferten Geschichten aus dem Unterricht oder der Zusammenarbeit mit Produzenten lässt sich aus seinem Nachlass eine für die Schweizer Designgeschichte wesentliche Position – Willy Guhls Sicht auf die Dinge, als Gestalter und als Lehrer – rekonstruieren. Je nach Fragestellung lassen sich die
Forschungs-
resultate im Bereich der Lehre oder Vermittlung nutzen oder sie fliessen in ein laufendes Ausstellungs-/Publikationsprojekt des Museum für Gestaltung ein.

Termine
Ab 2016

Kontakt
Roman Aebersold, Leiter Sammlungsbetrieb, +41 43 446 67 03.

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