Städtebummel

12.07.2011 - 07.11.2011

Schweizerische Nationalbank, Fraumünsterstr. 8

Die Sehnsucht nach fernen Ländern und unbekannten Metropolen wird häufig von Bildern und bildreichen Erzählungen genährt. Heute sind es vor allem bewegte Bilder, die unsere Reiselust anregen und uns in andere Welten entführen. Aber die statische Momentaufnahme eines Ortes besitzt nach wie vor eine ganz besondere Qualität. In ihr verdichten sich Träume, Wünsche, Vorstellungen einer anderen Welt, eines anderen Lebens und schreiben sich visuell in unser Gedächtnis ein.

Plakate, die für Städtereisen rund um den Globus werben, konzentrieren den Blick oft auf architektonische Wahrzeichen. Geschichte und Gegenwart verbindend, vermitteln sie den Grossstadt-Rhythmus, der sich vor allem im Wandel erfüllt.

In historischen Plakaten zeigt sich noch deutlich die persönliche Handschrift der Plakatkünstler, die ihren Darstellungen mit malerischen Mitteln atmosphärische Dichte, Sinnlichkeit und Emotionalität verliehen. Mit der zunehmenden Verdrängung des gemalten Plakats durch das Fotoplakat setzte sich zunächst die objektive Erfassung einer Metropole durch. Aber die rein dokumentarische Wiedergabe vermöchte kaum Fernweh zu wecken. Manhattans Skyline, in feuriges Licht getaucht und aus der Vertikalen gekippt, Jerusalems Altstadt, in komprimierter Form aus der Luftperspektive eingefangen, oder der nächtliche Blick auf die Pariser Champs-Élysées, im Vordergrund leere Stühle und Springbrunnen: hier hingegen wird das Lebensgefühl einer Metropole, der Puls einer Stadt sicht- und fühlbar, hier finden Sehnsüchte eine visuelle Übersetzung.

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