Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich das Künstlerplakat zu einer eigenständigen Gattung. Ausgeführt von bildenden Künstlern wurde die individuelle Handschrift ins Zentrum gerückt, Gebote professioneller Plakatgestaltung wie Fernwirkung, Formvereinfachung und kollektive Lesbarkeit hingegen missachtet. Es waren die Protagonisten der klassischen Moderne, allen voran Pablo Picasso, die das Künstlerplakat zu einer Sonderform der künstlerischen Grafik werden liessen. Frankreich nahm diesbezüglich eine Vorreiterfunktion ein. Erst um 1960 folgten auch die USA und andere europäische Länder. War es in Paris vor allem die Galerie Maeght, die bis 1960 das Künstlerplakat förderte, so war es in New York Leo Castelli, der "seine" Künstler damit beauftragte, für Ausstellungen eigene Plakate zu entwerfen. Weitere Galerien und Museen zogen nach, auch andere kulturelle und soziale Institutionen erkannten das Potential und baten Künstler um Plakatentwürfe. Die 1960er und 1970er Jahre wurden so zu einer Blütezeit des Künstlerplakats. Der Bestand der Plakatsammlung umfasst bedeutende Künstlerplakate dieser Epoche. Ihre stilistische Vielfalt korrespondiert mit der Vielfalt der Kunstbewegungen dieser Zeit. Während das Plakat für Vertreter der Konzeptkunst Teil des Oeuvres ist, haben die „Neuen Wilden“ das malerische Plakat innovativ belebt. Die Plakate der Pop Art-Künstler schliesslich zeichnen sich durch ihre formale Reduktion, Flächigkeit und leuchtenden Farben durch grosse Plakativität aus.
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