Promenade romande –
Westschweizer Fotoplakate

14. März bis 17. Juli 2006

Schweizerische Nationalbank
Fraumünsterstrasse / Stadthausquai
(gegenüber Bauschänzli)


© Peter Scholl, Traces, 2004

© Werner Jeker, Mangeront-ils?, 2002

Durch innovative formale Umsetzung hat sich das kulturelle Fotoplakate der Romandie in den letzten Jahren zu einem für die französischsprachige Schweiz charakteristischen Medium erweitert. Werner Jeker, der Klassiker des Fotoplakats, hat seine Ausbildung in der Deutschschweiz absolviert und die rationale Präzision des Swiss Style in Lausanne eingeführt. Mit seinen intelligenten Fotoplakaten gelingt ihm eine immer wieder überraschende Synthese von Bild und Text. Trotz stilistischer Strenge zeichnen sich Jekers Plakate aber auch durch eine taktile Sinnlichkeit und durch grosse poetische Kraft aus. Auch in Peter Scholls Plakaten dominieren trotz einer experimentell erweiterten Typografie poetische Schönheit und Ausgewogenheit des Gesamteindrucks. Jüngere Gestalterinnen und Gestalter hingegen arbeiten bewusst mit Einbrüchen in dieses strenge Erbe. Ihre Fotosequenzen irritieren und provozieren den Blick des Publikums, ungewöhnliche Bildausschnitte widersetzen sich ebenso dem ordnenden Auge wie eine verspielte oder ungelenke Typografie, die sich bewusst auch das Unperfekte, das Abweichende aneignet. Giorgio Pesce ist mit seinen Plakaten für das Arsenic in Lausanne ein typischer Vertreter dieser jüngeren Generation und  setzt damit einen spannenden Gegenpol zu Jekers Plakaten für das Theater Vidy in derselben Stadt. Damit umreissen die Arbeiten eines Jeker und eines Pesce exemplarisch die kreative Vielfalt des Fotoplakats aus der Romandie.

Text und Konzept: Alessia Contin und Bettina Richter

 
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