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Ça bouge! Genfer
Comic-Plakate
Ab 16. März bis 15. Juli
2004
Fraumünsterstrasse / Stadthausquai (gegenüber
Bauschänzli)
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Um 1970 tauchten in den Strassen Genfs Plakate in einer
neuen visuellen Sprache auf: Im Stil vergrösserter Comiczeichnungen
erzählten sie kurze Geschichten in einem Bild. Mit Phantasie und
verschmitztem Augenzwinkern verliehen sie dem Geist der politisch-kulturellen
Protestbewegung der Epoche ihren authentischen Ausdruck und rebellierten
sowohl gegen die prüde, politische Neutralität von Abstimmungsplakaten
als auch gegen die puristische Strenge der Kulturplakate einer Zürcher
Schule und die Banalität kommerzieller Kampagnen. Die neue Bildsprache
richtete sich vor allem an ein junges Publikum, dem die Codes unmittelbar
verständlich waren.
Trotz gemeinsamer Verankerung in der Comickunst weisen die Plakate ein
grosses Stilspektrum auf, inhaltlich werden jedoch klare Akzente gesetzt.
Neben dem Werben für alternative Kulturveranstaltungen steht das
Engagement für soziale, politische und ökologische Anliegen
in Form von Abstimmungsplakaten im Auftrag linker Gruppen und Parteien
bis heute im Zentrum des Genfer Comic-Plakats. Viele der Plakate setzen
sich für ein lebenswertes Genf ein und votieren gegen städtische
Zerstörungsmassnahmen. Sie sind damit auch zu einem authentischen
Zeugnis der Genfer Stadtentwicklung geworden.
Das Genfer Comic-Plakat steht in der langjährigen Tradition des
illustrierten Plakats der Romandie und hat über die Grenzen der
französischen Schweiz kaum Verbreitung gefunden.
Die freche Farbigkeit und die Verbreitung sozial-politischer Überzeugungen
mittels populärer, humorvoller Bilder stehen für einen Kommunikationsstil,
dessen lokale Begrenzung vielleicht auch bildlicher Ausdruck des "Röschtigrabens"
ist.
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Ausstellungskonzept: Alessia Contin
und Bettina Richter
Eine bebilderte Dokumentation zur Ausstellung und
Prospekte der Sammlung sind an der Portiersloge, Fraumünsterstrasse
8, zu beziehen.
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