Seit Jahrhunderten nimmt der "Orient" einen besonderen Platz in der Landkarte der Sehnsüchte ein. Mit der kolonialen Expansion wurde Europa jedoch von einer richtigen Orient-Begeisterung erfasst. Diese wurde von der Werbung dankbar aufgegriffen, denn sie war schon immer zuständig für die Abbildung unserer Sehnsüchte und Träume. Von der Belle Époque bis in die 30er Jahre wurde die Werbung bevölkert von Karawanen, Konkubinen, Teppichhändlern und Kalifen. Dabei erfüllten wirklichkeitsnahe Stimmungsbilder ebensogut ihren Zweck wie eingebildete, denn letzlich blieb der Orient ein Konstrukt fürs europäische Fernweh. Ganz dem exotischen Bilderschatz entsprechend, nach dem die Aura der Kolonialwaren aus Übersee verlangte, erschuf sich die Werbung für Zigaretten, Kaffee, Tee, Teppiche und Stoffe ein üppiges und farbenprächtiges Repertoire. Aus der Plakatsammlung wird eine Reihe von Plakaten vorgestellt, die vom typischen ausschweifenden Orientbild inspiriert sind und teilweise auch den Einfluss orientalischer, besonders islamischer Kunst, zu erkennen geben. Die Sehnsuchtsbilder der "arabischen Nächte" liessen sich nur so lange kultivieren, wie sie nicht von der Realität entzaubert wurden. Heute scheinen sie in weite Fernen gerückt, denn die Vorstellungen vom Orient sind längst mit neuen Klischees besetzt. Ausstellungskonzept: Kurt Thaler Ein Einführungstext zur Ausstellung und Prospekte der Sammlung
sind an der Poritiersloge, Fraumünsterstr. 8, zu beziehen. |
||||
|